Drei Teams aus unterschiedlichen Regionen der Schweiz gehen an den Start.
CHL

Titelpremiere, Unikat & Starstürmer

Für die Schweiz nehmen drei Teams an der CHL teil, die eine ganz unterschiedliche Geschichte haben...

Drei Teams aus unterschiedlichen Regionen der Schweiz gehen an den Start.

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EUROPAPOKAL! Duelle gegen Teams aus unserem Nachbarland Schweiz sind nicht nur aufgrund der relativ unkomplizierten Anreise für Mannschaften und Fans immer besonders attraktiv. Mit Servette Genf, dem EHC Biel-Bienne sowie den Rapperswil-Jona Lakers schicken die Eidgenossen drei Teams ins Rennen, die bisher über vergleichsweise wenig CHL-Erfahrung verfügen, aber interessante Geschichten haben. Über eine 118-Jährige Durststrecke, eine zweisprachige Stadt sowie ein aufstrebendes Team vom Zürichsee.

Servette Genf

Seit 118 Jahren jagten sie der ersten Meisterschaft hinterher. In der abgelaufenen Saison konnten die Genfer endlich den ersten Titelgewinn seit ihrer Gründung feiern, nachdem es zuvor achtmal „nur“ zur Vizemeisterschaft gereicht hatte. Angeführt von einer extrem stark besetzten Gruppe an Importspielern um die amtierenden Weltmeister und Olympiasieger Teemu Hartikainen, Sami Vatanen und Valtteri Filppula gelang im siebten Finalspiel gegen Biel der entscheidende Sieg.

Servette stieg 1963, ein Jahr vor der Gründung des ERC, erstmals in die höchste Schweizer Liga auf, stürzte dann aber zwischenzeitlich sogar wieder bis in die dritte Liga ab. Erst 2002, und damit 27 Jahre nach dem Abstieg, gelang ihnen die Rückkehr in die Nationalliga A. Damals gehörte das Team aus der, gemessen an der Einwohnerzahl, zweitgrößten Stadt der Schweiz zur Anschütz Gruppe.

Der Club mit der längsten Historie im Teilnehmerfeld der kommenden CHL-Saison ist zum vierten Mal für die Königsklasse qualifiziert. Letztmals angetreten sind sie in der Saison 2015/16, weil die CHL-Spielzeit 20/21 der Pandemie zum Opfer fiel.

Genf mit seinen 200.000 Einwohnern ist ohnehin immer eine Reise wert, gilt als wichtiger Finanzplatz, liegt im südwestlichsten Zipfel der Schweiz und beheimatet nach New York die meisten internationalen Organisationen (u.a. die UNO).

Servette bestreitet seine Heimspiele bereits seit 1958 im 7200 Fans fassenden Les Vernets.

EHC Biel-Bienne

Der Vizemeister der abgelaufenen Saison war so nah an der Meisterschaft dran wie seit 40 Jahren nicht mehr. 1983 feierten die Bieler ihren bis dato letzten von drei Titeln. Gegründet wurde der EHC Biel-Bienne 1939. Die Heimatstadt des EHC hat eine einzigartige Eigenschaft, denn es ist die einzige in der Schweiz, in der es die Pflicht zur Zweisprachigkeit gibt. Deshalb gibt es auch zwei Bezeichnungen: Biel (deutsch) beziehungsweise Bienne (französisch).

Ihre bisher erfolgreichste Phase der Vereinsgeschichte erlebten die Bieler von Mitte der 70er- bis Mitte der 80er-Jahre. Neben ihren drei Meisterschaften wurden sie auch zweimal Vize. Der Absteig in die zweite Spielklasse folgte unter anderem aufgrund finanzieller Schwierigkeiten 1995. Es sollte 13 Jahre dauern, bis der EHC wieder zurück in die Eliteliga kam. Nach vier Meisterschaften in fünf Jahren gelang 2008 schließlich auch der Sieg in der Play-In-Serie.

Jakob Kölliker, ehemaliger Bundestrainer, spielte 16 Jahre lang für die Bieler und auch Ex-Panther Ben Clymer trug in der Saison 2004/05 das Trikot des Teams aus dem Kanton Bern. Der größte Star, der jemals am Ufer des Bielersee auflief, ist aber zweifellos Patrick Kane. Der dreimalige Stanley Cup Champion absolvierte während des NHL-Lockouts 2012/13 20 Spiele (23 Punkte).

In der CHL sind die Bieler zum dritten Mal dabei. Bei ihrer ersten Teilnahme 2019/20 gelang der Viertelfinaleinzug, nachdem sie sich in der Runde der besten 16 gegen Augsburg durchgesetzt hatten.

Die 2015 eröffnete Tissot Arena in Biel/Bienne bietet Platz für 6500 Zuschauer.

Rapperswil-Jona Lakers

Der Ex-Club unseres jüngsten Neuzugangs Andrew Rowe feierte in der Vorsaison sein CHL-Debüt, musste dabei aber nach der Gruppenphase die Segel streichen. Dem Team vom rechten Zürichseeufer gelang 1994, fast genau 50 Jahre nach der Gründung, der erstmalige Aufstieg in die Nationalliga A. Erst 2015 ging es wieder eine Liga tiefer.

Das Intermezzo in der Zweitklassigkeit dauerte allerdings nur zwei Jahre. Nachdem sie 2018 als zweiter Zweitligist überhaupt zunächst den Schweizer Pokal gewannen, gelang im April der erneute Aufstieg. Die erfolgreichsten Spielzeiten in der NLA waren die Halbfinal-Teilnahmen 2006 und 2021. In der abgelaufenen Saison folgte auf die bis dato beste Hauptrunde, die sie auf Rang drei abschlossen, das Aus im Playoff-Viertelfinale. Angeführt werden die Lakers von ihrem Starstürmer, dem tschechischen Nationalspieler Roman Cervenka.

Die Heimspiele in der 30.000-Einwohner-Stadt finden in der St. Galler Kantonalbank Arena statt, in der bis zu 6100 Fans Platz finden.

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