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Tobias Abstreiter beim heutigen Pressegespräch.    Foto: Bauer
Saison

«Wollen eine schlagkräftige Truppe zusammenstellen»

Der neue Sportmanager des ERC Ingolstadt heißt Tobias Abstreiter. Der ehemalige Nationalspieler beendet damit seine aktive, äußerst erfolgreiche Laufbahn und wechselt die Seiten auf den Stuhl des Sportmanagers. Heute Nachmittag wurde Tobias Abstreiter den Medien beim Pressegespräch in der Panther…

Tobias Abstreiter beim heutigen Pressegespräch. Foto: Bauer

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Der neue Sportmanager des ERC Ingolstadt heißt Tobias Abstreiter. Der ehemalige Nationalspieler beendet damit seine aktive, äußerst erfolgreiche Laufbahn und wechselt die Seiten auf den Stuhl des Sportmanagers. Heute Nachmittag wurde Tobias Abstreiter den Medien beim Pressegespräch in der Panther- Sportsbar vorgestellt. erc-ingolstadt.de im Gespräch mit dem 37- jährigen gebürtigen Landshuter.

Erst einmal Glückwunsch Tobias Abstreiter zum neuen Job beim ERC Ingolstadt. Dein Vertrag läuft ja eigentlich erst zum 01. Mai bei den Panthern an, dennoch bist du in den nächsten Tagen bereits auf Dienstreise.

Das ist richtig. Morgen früh steige ich in den Flieger Richtung Boston, werde dort allerdings zuerst bei meinem Freund Marco Sturm vorbeischauen und mir bei dieser Gelegenheit auch das ein oder andere NHL- Spiel anschauen. Danach geht es weiter mit einer großen Scouting- Tour an der Ostküste.

Die Landshuter Fraktion hat in der Vergangenheit ja im Sommer immer ein Trainingslager in der alten Heimat abgehalten. In diesem Jahr haben Du, Günter Oswald und Marco Sturm gar keine Zeit. Du bist als Sportmanager bei den Panthern voll eingespannt und die anderen beiden sind noch fleißig in den Play- offs vertreten.

Es schaut so aus, als wenn wir es in diesem Jahr nicht schaffen werden. Ossi blüht in Landshut in den Play-offs noch einmal mächtig auf und Marco werde ich in Boston kräftig die Daumen drücken. Für Sturmi sind es ja die ersten Play- off Spiele seit langem und für mich selbst ist es eine große Sache mal live dabei zu sein. Aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben. Wenn nicht, dann verschieben wir das Trainingscamp eben um ein Jahr.

Unmittelbar nach deiner Rückkehr wirst du dein Büro in der Geschäftsstelle des ERC Ingolstadt beziehen. Welche Aufgaben warten dort zuerst auf dich?

Sechzig Prozent des Kaders für die nächste Saison sind ja bereits fix, aber dennoch sind noch einige Stellen zu vergeben, so dass natürlich die Zusammenstellung der Mannschaft oberste Priorität in den nächsten Wochen und Monaten hat. In Zusammenarbeit mit den beiden Trainern Mike Krushelnyski und Greg Thomson und ERC- Geschäftsführer Sven Zywitza wollen wir für die nächste Saison eine schlagkräftige Truppe zusammenstellen. Gerade die Ausländerlizenzen wollen wir natürlich so schnell wie möglich vergeben. Die Spieler müssen dann aber sowohl vom Typ zum ERC, als auch in unser Budget passen.

Bei den Spielerverpflichtungen steht man ja oft vor dem Problem, dass andere Ligen weitaus lukrativere Angebote den Spielern unterbreiten können. Gerade bei den skandinavischen Ländern, Russland, Tschechien und nicht zu vergessen der Konkurrenz aus der DEL hat die Jagdsaison nach Spielern längst begonnen- wie schwierig ist es da sich zu behaupten?

Prinzipiell ist es natürlich so, dass die Vereine aus der DEL gerade mit den russischen Vereinen finanziell nicht mithalten können. Für uns gilt es schnell zu sein und ein gutes Scoutingsystem zu haben, da liegt sicherlich der Schlüssel zum Erfolg. Deshalb ist es auch wichtig, dass man sich verstärkt in der AHL und in den anderen Ligen in Nordamerika umsieht und umhört. Denn auch dort spielen sehr viele interessante Spieler. Aber klar ist auch, dass wenn ein russischer Verein sich um einen Spieler bemüht und mal schnell ein paar hundert Tausend US-Dollar mehr bezahlt werden, sich der Spieler ohne Frage für das lukrativere Angebot entscheidet. Dennoch gibt es genügend interessante und gute Spieler, gerade auch in den Minor-Leagues.

Mit dem Posten als Sportmanager beim ERC Ingolstadt wechselst du auch die Seiten- vom Spieler hin zum Verantwortlichen im Club. Wie schwer oder leicht fällt dir dieser Schritt?

Ich habe wirklich schöne Jahre als Eishockeyspieler gehabt, bin zweimaliger Deutscher Meister und habe viel gesehen. Jetzt steht natürlich ein neues Kapitel an und ich bin sehr dankbar, dass der Beirat des ERC Ingolstadt mir diese Aufgabe anvertraut hat und hoffe gleichzeitig auch, dass ich dieses in mich gesetzte Vertrauen auch zurückzahlen kann. Ich habe die Aufgabe des Sportmanagers schon einmal übernommen, als ich in Kassel unter Vertrag stand, damals allerdings noch als Spieler. Insofern konnte ich dort einige Erfahrungen in diesem Bereich sammeln. Als ehemaliger Spieler ist es aber auch ein großer Vorteil, dass man die Denkweise der Spieler sehr genau kennt. Ich lege sehr viel Wert auf Disziplin bei den Spielern und so leicht kann dir dann keiner etwas vormachen- das ist schon ein riesiger Vorteil. Ich stehe jetzt auf der anderen Seite und das eröffnet einem sicherlich auch mal einen anderen Blick der Dinge.

Dein Vertrag wurde ja zunächst auf ein Jahr geschlossen. Siehst du das als Nachteil für deine Arbeit beim ERC?

Nein, vielmehr sehe ich es als Chance mich auch als Sportmanager zu behaupten. Die Verantwortlichen haben mir zudem signalisiert, dass sie gerne auch eine längerfristige Zusammenarbeit mit mir anstreben. Mein Plan, den ich hier für Ingolstadt habe, ist auch über die nächste Saison hinaus angelegt. Will heißen, dass ich mich verstärkt um den deutschen Sektor bei den Panthern kümmern will. Mittlerweile stehen beim ERC Ingolstadt viele Nationalspieler unter Vertrag, die meisten sind auch wichtige Stützen im Team von Bundestrainer Uwe Krupp. Ziel des ERC Ingolstadt muss es künftig sein, sich zu einer Hochburg im Nachwuchsbereich in Bayern zu entwickeln. In den vergangenen Jahren ist hier bereits sehr gute Arbeit geleistet worden, die es nun gilt kontinuierlich fortzusetzen. Auch die Infrastruktur mit der zweiten Eishalle ist nun optimal. Wenn ein junger Spieler nach Ingolstadt kommt dann muss er wissen, dass er hier die besten Voraussetzungen vorfindet. Aber Nachwuchsarbeit ist auch ein Prozess, der langsam und stetig wachsen muss. Wir werden in den nächsten zwei Jahren sicherlich keine DNL- Mannschaften stellen können, aber zusammen mit Nachwuchskoordinator Christian Deichstätter wollen wir weiter gemeinsam Schritt für Schritt vorankommen.

In der nächsten Saison müssen die DEL- Mannschaften mit einer Ausländerlizenz weniger auskommen. Das heißt natürlich auch im Umkehrschluss, dass die Nachfrage nach deutschen Spielern weiter ansteigen wird.

Speziell zum jetzigen Zeitpunkt ist das natürlich ein schwieriges Thema, Spieler mit DEL-Niveau zu finden und zu verpflichten. Aber wir sind natürlich auch weiter an einigen Spielern dran, auch mit laufendem Vertrag. Speziell im nächsten Herbst wird das aber im Hinblick auf die nächste Saison ein ganz großes Thema werden.

In der letzten Saison hast du noch das Trikot der Straubing Tigers getragen. Deshalb kennst du natürlich die Spieler der Panther. Gegen wen hat es denn überhaupt keinen Spaß gemacht zu spielen?

Das war ganz klar Jakub Ficenec. Bei ihm musst du immer den Kopf oben haben, um zu sehen was er macht. Also Jake ist für jeden Gegenspieler sehr unangenehm.

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