
Letzter Härtetest für das deutsche Team
Für die Deutsche Nationalmannschaft endet heute mit dem Testspiel gegen Dänemark die Testphase für die anstehende WM in Kanada (19.30 Uhr in Bietigheim). Bundestrainer Uwe Krupp hat in den letzten Wochen verstärkt auf das Personal des ERC Ingolstadt zurückgegriffen. Mit Michael Bakos, Yannic Seid…
Michael Bakos im Trikot der Nationalmannschaft. Foto: citypress
Für die Deutsche Nationalmannschaft endet heute mit dem Testspiel gegen Dänemark die Testphase für die anstehende WM in Kanada (19.30 Uhr in Bietigheim). Bundestrainer Uwe Krupp hat in den letzten Wochen verstärkt auf das Personal des ERC Ingolstadt zurückgegriffen. Mit Michael Bakos, Yannic Seidenberg, Jason Holland, Christoph Melischko, Michael Waginger und Felix Schütz trugen gleich sechs Panther den Adler auf der Brust. ERC- Verteidiger Michael Bakos kam dabei eine ganz besondere Ehre zuteil, denn er wurde von Krupp als Kapitän seines Teams bestimmt. Der 29- jährige Nationalspieler im Interview auf www.erc-ingolstadt.de
Baki, heute Abend beginnt für euch die heiße Phase für die anstehende Weltmeisterschaft in Kanada. Wird die Generalprobe gegen die Dänen noch für Experimente genutzt?
Uwe Krupp hat bereits in den letzten Testspielen nicht allzu viel verändert. Die Testspiele sind vor allem wichtig, dass sich die Mannschaft findet und aufeinander einstellen kann. Einige Spieler werden auch heute Abend die Möglichkeit haben sich noch einmal aufzudrängen, bevor Krupp dann den Kader am morgigen Samstag bekannt gibt. Aber allzu große Experimente wird es nicht mehr geben.
Wie aussagekräftig sind solche Testspiele, gerade auch im Hinblick, da Uwe Krupp noch auf viele Spieler verzichten muss. Die Spieler der beiden Play-off Finalisten sind ja noch nicht mit dabei und auch die NHL- Cracks stoßen erst beim Turnierstart zur Mannschaft?
Wir wollen die Testspiele nutzen, um uns weiter zu verbessern. Natürlich fehlen noch wichtige Stützen des Teams, aber dennoch wollen wir den Zuschauern gutes Eishockey zeigen und uns gleichzeitig als Mannschaft weiterentwickeln. Ich denke, dass die ersten Tests ganz gut waren, auch wenn noch längst nicht alles rund lief. Fakt ist aber auch, dass uns Spieler wie Marco Sturm, oder auch die Nationalspieler aus Köln und Berlin natürlich weiterhelfen.
Für dich waren es ja besondere Spiele für die Nationalmannschaft, da du ja auch gleichzeitig Kapitän der deutschen Auswahl warst. Wie hat dir der Bundestrainer seine Entscheidung mitgeteilt?
Ganz ehrlich gesagt bin ich in die Kabine gekommen und auf einmal war auf meinem Trikot das C aufgenäht. Uwe hat mir vorher davon nichts gesagt, sondern mich als Kapitän bestimmt, was mich natürlich sehr gefreut hat. Aber auf dem Eis macht das eigentlich keinen großen Unterschied, ob du nun Kapitän bist oder nicht.
Und bei der WM in Kanada- bleibt das C auf deinem Trikot?
Glaube ich ehrlich gesagt nicht, denn es werden ja noch einige Spieler aus der NHL zum Team in Kanada stoßen. Marco Sturm beispielsweise wird sicherlich für Deutschland auflaufen und noch der ein oder andere Spieler aus Nordamerika. Insofern haben wir ja einige Führungsspieler mehr im Team, die die Kapitänsbinde übernehmen können. Aber wenn es so wäre, würde ich mich natürlich sehr darüber freuen.
In Kanada müsst ihr auf den kleineren Eisflächen spielen. Dennoch hat Uwe Krupp bewusst auf Testspiele auf den kleineren Eisflächen verzichtet. Könnte das zum Nachteil für das deutsche Team bei der WM werden?
Glaube ich nicht, da wir ja erst das letzte Gruppenspiel gegen Norwegen haben. Zuvor müssen wir gegen Finnland und gegen die Slowakei antreten, die uns auf dem Papier sicherlich überlegen sind. Dennoch haben wir zweimal die Gelegenheit einen Großen zu ärgern und für eine Überraschung, ähnlich wie bei der WM in Russland, zu sorgen. Das Spiel auf einer kleinen Eisfläche ist sicherlich viel schneller, aber darauf kann man sich einstellen. Ein echter Nachteil wird das nicht für uns sein. Wir fliegen ja bereits ein paar Tage früher nach Halifax und werden auf der Eisfläche noch genügend Zeit haben zu trainieren.
In Crimmitschau verfolgten über 5.000 Zuschauer die Partie gegen Weißrussland, auch die Spiele in Regensburg und München waren außerordentlich gut besucht. Wie erklärst du dir das gestiegene Interesse an der Nationalmannschaft?
Ich muss wirklich sagen, dass gerade die Stimmung in Crimmitschau überragend war. Es macht einfach Spaß mit der Nationalmannschaft vor einer guten Kulisse zu spielen und die Zuschauer haben uns bei allen Testspielen wirklich super unterstützt. Ich glaube, dass es auch ein Beweis dafür ist, dass wir mit der Nationalmannschaft auf einem guten Weg sind. Gerade den Erfolg bei der letztjährigen WM in Russland haben uns viele nicht zugetraut und wir hoffen natürlich, dass wir an die Erfolge aus dem vergangenen Jahr anknüpfen können. Für uns gilt es, nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben. Dabei wäre ein erneuter Erfolg gegen Norwegen natürlich der Grundstein. Vielleicht gelingt uns aber auch eine Überraschung gegen die anderen Teams in unserer Gruppe.
WM- Splitter
Die 72. Eishockey-Weltmeisterschaft der Herren findet in diesem Jahr in Kanada, dem Mutterland des Eishockeys statt. Vom 02. bis 18. Mai 2008 messen sich die Besten der Besten in Halifax und Québec City.
Im Land des amtierenden Weltmeisters Kanada wird die Eishockey-WM in diesem Jahr ausgetragen. 16 Mannschaften werden dann im Mutterland des Eishockeys um den Titel kämpfen. Für die Deutsche Auswahl gilt es dann, an die Leistungen aus dem letzten Jahr anzuknüpfen, als das Team von Bundestrainer Uwe Krupp knapp den Einzug in die Runde der Acht verpasste. «Wir sind damals als krasser Außenseiter nach Russland gefahren und haben eine super WM gespielt», erinnert sich ERC- Verteidiger Michael Bakos an die Zeit in Moskau. Zum Auftakt unterlag die Deutsche Nationalmannschaft dem späteren Weltmeister nur knapp mit 2:3. Vor dem Turnier gab es für den Rückkehrer in die Gruppe A nur ein Ziel. «Als Aufsteiger wollten wir schnellstmöglich dafür sorgen, nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben. Nach dem Sieg gegen Norwegen war uns das auch gelungen. Am Ende hatte wir aber leider Pech und nach der Zwischenrunde war Schluss, obwohl in diesem Jahr sicherlich mehr drin gewesen wäre.»
Nun also wird die WM 2008 nach Nordamerika zurückkehren- erstmals nach 1962 und zum ersten Mal überhaupt in Kanada. Die Kanadier erhielten auf der Jahrestagung des Eishockey-Weltverbandes in Prag 2004 den Zuschlag. Deutschland und Schweden hatten sich zwar auch um die Ausrichtung bemüht, ihre Kandidatur aber zurückgezogen, so dass Kanada letztlich der einzige Bewerber war. Für die europäischen Mannschaften wartet bei der WM eine Neuerung, denn die Spiele werden in den NHL- Stadien ausgetragen. Die Eisfläche dort ist im Vergleich zu den DEL- Stadien um vier Meter schmaler. Ein NHL- Stadion misst 26 x 61 Meter, eine Europäische hat eine Fläche von 30 x 61 Metern.
Das Stadion der deutschen Mannschaft:
Das Halifax Metro Centre ist eine 1978 gebaute Multifunktionsarena in Halifax, Nova Scotia, Kanada, die heute das Heimstadion der Halifax Mooseheads aus der kanadischen Eishockeyjuniorenliga QMJHL, sowie der Halifax Rainmen aus der Basketball-Liga ABA ist. In den 1990er Jahren wurde die größte Halle der Stadt, die sich in der Nähe des World Trade and Convention Centre am Fuße des Citadel Hill befindet, mehrfach renoviert, zuletzt vor der Saison 2002/03, als für die Eishockey U20-Weltmeisterschaften eine neue Anzeigenanlage installiert wurde. Neben den sportlichen Veranstaltungen, zu denen neben Basketball und Eishockey auch professionelles Wrestling zählt, finden in der Arena vor allem Konzerte und Ausstellungen bzw. Messen statt. Die momentane Kapazität bei Eishockeyspielen beträgt 10.595.
Im Laufe der Jahre wurde die Arena zudem von verschiedenen NHL- und NBA-Teams zu Vorbereitungsspielen, darunter auch das erste Spiel in der Franchisegeschichte der Toronto Raptors, und von den kanadischen Basketball- und Eishockeynationalmannschaften zu verschiedenen Länderspielen genutzt.
Die Gruppen:
Gruppe A
- Schweden
- Schweiz
- Weißrussland
- Frankreich
Gruppe B
- Kanada
- USA
- Lettland
- Slowenien
Gruppe C
- Finnland
- Slowakei
- Deutschland
- Norwegen
Gruppe D
- Tschechien
- Russland
- Dänemark
- Italien
Der Spielplan der Deutschen Nationalmannschaft.
3. Mai 2008 - 16:30 Uhr
Deutschland gegen Finnland
3. Mai 2008 - 20:15 Uhr
Slowakei gegen Norwegen
5. Mai 2008 - 16:30 Uhr
Finnland gegen Norwegen
5. Mai 2008 - 20:15 Uhr
Slowakei gegen
Deutschland
7. Mai 2008 - 16:30 Uhr
Finnland gegen Slowakei
7. Mai 2008 - 20:15 Uhr
Norwegen gegen
Deutschland
Bildergalerie


