
Klasse Eishockey in der SaturnArena
Am Sonntag kam der amtierende Tabellenführer der DEL, die Frankfurt Lions zum zweiten Heimspiel in Folge in die Saturn-Arena. Die Gäste erwischten auch den besseren Start in diese Partie durch ihre Paradereihe um Dwayne Norris, Jesse Belanger und Patrick Lebeau. In der ersten Minute hatten die Li…
Tor, die Panther gehen mit 2:0 in Führung (Fotos: Hockey-Press)
Am Sonntag kam der amtierende Tabellenführer der DEL, die Frankfurt Lions zum zweiten Heimspiel in Folge in die Saturn-Arena. Die Gäste erwischten auch den besseren Start in diese Partie durch ihre Paradereihe um Dwayne Norris, Jesse Belanger und Patrick Lebeau. In der ersten Minute hatten die Lions gleich zweimal die Möglichkeit mit 1:0 in Führung zu gehen. Zunächst schaffte es Pat Lebeau nicht, freistehend vor dem Tor die Scheibe über die Linie zu bringen und nur Augenblicke später scheiterte Jason Young, der letzte Saison noch für die Panther die Schlittschuhe schnürte, an Jimmy Waite. Nach dieser nervenaufreibenden ersten Minute schienen die Cracks von Ron Kennedy aufgewacht zu sein und agierten fortan sicherer und setzten viele Akzente in Richtung Lions Tor, das heute von Ian Gordon gehütet wurde. Nach drei gespielten Minuten (Dwayne Norris musste für zwei Minuten wegen unkorrektem Körperangriff in die Kühlbox) gab es in Überzahl die erste sehr gute Chance für die Ingolstädter. Phil von Stefenelli zog von der blauen Linie ab - die Scheibe wurde abgefälscht und flog nur knapp über das Tor der Gäste vom Main. Eine weitere erstklassige Möglichkeit in Überzahl vergab Niki Mondt freistehend, nachdem er von Craig Ferguson mustergültig bedient worden war. Terry Campbell hatte die nächste Chance, er zog nach einem Abpraller von der Bande voll ab und prüfte Ian Gordon, der gut reagierte. Dann folgte die ersten Riesenchance für Cameron Mann, der einen Fehler von Ian Gordon hinter dem Tor beinahe genutzt hätte, wäre da nicht noch ein Verteidiger der Lions zwischen Scheibe und Torlinie gekommen.
In einer Unterzahlsituation der Ingolstädter (Craig Ferguson saß auf der Strafbank) brachten die Lions keinen einzigen Schuss auf Jimmy Waite an - im Gegenzug versuchte sich Glen Goodall an Gordon, doch er scheiterte. Ein Konter in der zwölften Spielminute brachte dann die verdiente Führung der Gastgeber: Günther Oswald zog von der blauen Linie ab und Craig Ferguson fälschte den Puck ins Frankfurter Tor zum vielumjubelten 1:0 Führungstreffer ab. Zwei Minuten später folgte in Überzahl das 2:0, eines der schönsten Tore der Ingolstädter in dieser Saison. Wunderbar herausgespielt von Sean Tallaire zu Cameron Mann, der den völlig freistehenden Doug Ast im Slot bediente, der Ingolstädter Goalgetter zog voll durch und hämmerte die Scheibe ins Netz. Weitere hochkarätige Chancen für die Gastgeber gab es in diesem Drittel noch durch Glen Goodall und Cameron Mann aus dem Gewühl.
Nach fünf gespielten Minuten im zweiten Abschnitt zog Daniel Hilpert, dessen Leistungen in den letzten Spielen zu überzeugen wissen, von der blauen Linie ab - der Puck ging nur knapp am Gehäuse von Ian Gordon vorbei. Eine wenig später folgende Überzahlsituation zugunsten der Frankfurter nutzten die Lions gnadenlos aus. Ein verkorkster Wechsel der Ingolstädter, die Pat Lebeau an der eigenen blauen Linie vollkommen übersahen, hatte den Anschlusstreffer der Gäste zur Folge - nur noch 2:1 aus Sicht der Panther. Eine weitere gute Chance erkämpfte sich die Youngster Reihe um Aleksander Polaczek - er zog mit viel Geschwindigkeit in Richtung Tor, war aber zu schnell, als das er die Scheibe noch kontrollieren und über die Linie hätte bringen können.
Zur Halbzeit der Partie musste Jimmy Waite sein ganzes Können aufbieten und verhinderte den Ausgleich durch Francois Bouchard mit einem Mega-Save. Seine Qualitäten an der Bande ließ kurz später Craig Ferguson aufblitzen, er setzte sich durch und spielte den Pass vor das Tor, wo Jakub Ficenec, der zur Zeit in jedem Spiel trifft, lauerte und das 3:1 für die Panther besorgte. Die Möglichkeit zur endgültigen Entscheidung in diesem Spiel durch eine 5-3 Überzahlsituation wurde leider sang- und klanglos ausgelassen, dafür begeisterten aber die anderen Powerplaymöglichkeiten am heutigen Abend. 30 Sekunden vor dem zweiten Pausentee kamen die Frankfurter nochmals gefährlich vor das Tor der Ingolstädter und wenn Brad Burym in dieser Situation seinen Schläger nicht verloren hätte, wäre der erneute Anschlusstreffer wahrscheinlich nicht gefallen. Dwayne Norris nutzte den Nachschuss, nachdem Jason Young Augenblicke zuvor noch am Ingolstädter Goalie scheiterte.
Wegen Ellenbogenchecks bekam Brad Burym vom Unparteiischen Michael Langer, dessen Entscheidungen, vor allem im letzten Spielabschnitt, heute die Ingolstädter Fans fast zur Weißglut brachten, zwei Minuten aufgebrummt. Zunächst verhinderte Jimmy Waite noch die Riesenchance zum Ausgleich, da hatte Niki Mondt auf der Gegenseite das 4:2 auf dem Schläger - Ian Gordon hielt seine Farben weiter im Spiel. In Spielminute 46 ließ man David Gosselin völlige Narrenfreiheit vor dem Ingolstädter Tor, woraufhin dieser den Ausgleich zum 3:3 markierte (Assistenten: David Sulkovsky und Mike Harder).
Nur eine Minute später schlug aber Cameron Mann im Nachschuss wieder zurück und stellte die erneute Führung wieder her. In der gleichen Minute war es wieder Cameron Mann der mächtig Wirbel vor Gordon veranstaltete und beinahe das 5:3 erzielt hätte. Schiedsrichter Langer vergewisserte sich nochmals beim Videobeweis, entschied dann aber völlig zurecht auf Bully vor Gordon, da die Scheibe die Torlinie nicht überquerte. Bis zum Schlusspfiff taten die Panther alles dafür, das Ergebnis über die Zeit zu bringen, was ihnen schließlich auch gelang. Erwähnenswert vielleicht noch die 10minütige Disziplinarstrafe gegen Dwayne Norris und eine kleine Rangelei zwischen Cameron Mann (2+2min) und wiederum Dwayne Norris (2min), nur kurz nachdem er wieder auf dem Eis war.
Alles in allem heute ein glücklicher aber verdienter Drei-Punkte Sieg des ERCI, der es nie an Kampf und Einsatz vermissen ließ und durch das gute Powerplay sowie die weitgehend sicher stehende Verteidigung (ein Sonderlob geht hier an Ken Sutton, der heute seinen Job mehr als gut machte und seinen Gegenspieler das Leben an der Bande mehr als schwer machte) den Sieg nach hause schaukelte.
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