
Peinliche Vorstellung im wichtigsten Spiel des Jahres
Nur 2.315 Zuschauer wollten das erste Pre-Play-Off Spiel zwischen dem ERC Ingolstadt und den Kölner Haien sehen. Die Ingolstädter Mannschaft passte sich dieser Rekord-Minuskulisse in negativer Hinsicht an und lieferte im zweiten und dritten Drittel eine indiskutable Leistung ab, die in einer deut…
Rick Girard erzielte das 1:0 nach 18 Sekunden im Mittelabschnitt. Foto: Stefan Bösl - www.kbumm.de
Nur 2.315 Zuschauer wollten das erste Pre-Play-Off Spiel zwischen dem ERC Ingolstadt und den Kölner Haien sehen. Die Ingolstädter Mannschaft passte sich dieser Rekord-Minuskulisse in negativer Hinsicht an und lieferte im zweiten und dritten Drittel eine indiskutable Leistung ab, die in einer deutlichen 1:6 Niederlage mündete.
Die ersten fünf Minuten der Partie gehörten den Gästen, bei denen Marcel Müller (2.) und Ivan Ciernik bei seinem Lattenschuss (3.) gleich zwei Großchancen ausließen. Es dauerte etwas bis die Panther merkten, dass dieses Spiel heute nicht ganz unwichtig ist. In den letzten 15 Minuten des ersten Drittels hatte der ERCI zwar deutlich mehr vom Spiel, begünstigt durch Powerplays und auch weil sich Köln vollständig zurückzog, allerdings ließen sie den letzten Einsatz und Biss vermissen, den man in einer Play-Off Serie erwarten können muss. Die besten Gelegenheiten hatten noch Joe Motzko per Bauerntrick (10.) und Prestin Ryan von der blauen Linie. Auf der anderen Seite musste Dimitri Pätzold bei einem Break von Christoph Ullmannn abwehren (13.). Es blieb beim 0:0 nach zwanzig Minuten.
Schier unglaubliches trug sich dann im zweiten Drittel zu. Zunächst nutzten die Panther nach 18 Sekunden endlich mal ein Überzahlspiel und gingen durch Rick Girard mit 1:0 in Führung. Allerdings gab dieses Tor keine Sicherheit, stattdessen zogen sich die Ingolstädter zurück und ließen die Kölner Haie gewähren. Es folgten einige "Bambini-Fehler" (Greg Thomson), die Köln auf die Siegerstraße brachten. Zunächst ließ sich Michael Bakos die Scheibe von Ivan Ciernik hinter dem eigenen Tor abluchsen, der sich dafür mit dem 1:1 bedankte (23.). Bei einem Überzahlspiel des ERC in der 31. Minute netzten die Haie bei Kontern mit freundlicher Unterstützung von Prestin Ryan (verlor die Scheibe im Angriffsdrittel) und Tim Hambly (ließ die Scheibe in der neutralen Zone liegen) innerhalb von 34 Sekunden gleich zweimal ein - wohlgemerkt in Unterzahl - Torschützen: Bryan Adams und Jason Jaspers. Spätestens mit dem 4:1 durch Christoph Melischko auf Zuspiel von Mirko Lüdemann war die Messe gelesen (37.).
Das letzte Drittel brachte neben zwei weiteren Treffern durch Daniel Rudslätt (5:1/52.)und Christoph Ullmann (6:1/60.) auch noch eine Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Stephan Daschner wegen Beinstellens mit Verletzungsfolge an Jason Jaspers, der jedoch sofort weitermachen konnte. Es war einfach erschreckend wie mut- und kampflos sich der ERC ergab. Anscheinend ist einigen Spielern der Ernst der Lage nicht bewusst. Man kann mit zwei Spielen die Arbeit einer ganzen Saison komplett vernichten.
Am Freitag gilt es nun mit einer anderen Einstellung in Köln anzutreten und dort endlich mal das zu zeigen, wozu man im Stande ist. Vor allem die vermeintlichen Leistungsträger sind hier gefragt. Mit einem Sieg käme es am Sonntag zuhause zum Entscheidungsspiel im Kampf um den Play-Off Einzug, andernfalls ist die Saison für den ERC Ingolstadt beendet. Das Spiel bei den Haien beginnt am Freitag um 19.30 Uhr. Es wird von Sky live übertragen und ist auch in der Panther Sportsbar zu sehen.