Ex-Ingolstädter Dan Goneau zwischen zwei Stühlen: - Augsburg oder Bracknell?
Nürnberg/Augsburg, 30. Dezember Daniel Goneau stand beim DEL-Spiel der Augsburger Panther in Nürnberg hinter der Gästebank, als würde er schon immer dazugehören. Gemeinsam mit Rob Guillet, den er aus alten Zeiten kennt, verfolgte er die spannende Partie, die mit 6:4 an die Icetigers ging, als Zau…
Nürnberg/Augsburg, 30. Dezember Daniel Goneau stand beim DEL-Spiel der Augsburger Panther in Nürnberg hinter der Gästebank, als würde er schon immer dazugehören. Gemeinsam mit Rob Guillet, den er aus alten Zeiten kennt, verfolgte er die spannende Partie, die mit 6:4 an die Icetigers ging, als Zaungast in Zivil. Dabei steht noch längst nicht fest, dass der Angreifer, der zuletzt in Ingolstadt spielte, bei dem DEL-Club wirklich unterkommt.
Wäre es nach dem Willen der Augsburger Verantwortlichen gegangen, hätte er schon längst das Panther-Trikot überstreifen können. Goneau trainierte in dieser Woche bereits mit der Mannschaft. Nachdem sein Spielerpass aber bereits bei den Bracknell Bees auf der britischen Insel, wo er zunächst hinwechseln wollte, gelandet war, stellten sich vertragsrechtliche Fragen, die nach wie vor nicht geklärt sind. Daniel Goneau selbst hatte nur ein Blatt eines insgesamt 29-seitigen Kontrakts zu Gesicht bekommen. Das faxte er mit einer Blanko-Unterschrift, wie er es nennt, zurück. "Ob das legal und rechtskräftig ist, weiss ich nicht", zweifelt Goneau, dem bekannt ist, dass Bracknell händeringend nach Spielern sucht und deshalb auf seine Verpflichtung pocht.
Trotzdem würde er lieber in Deutschland bleiben und die Chance, in der DEL aufzulaufen, nutzen: "Ich bin erst 25 Jahre alt und kann noch mindestens zehn Jahre Eishockey spielen, deshalb wäre das schon eine tolle Sache." Das Angebot, nach Augsburg zu wechseln, bekam er drei Tage vor seinem bereits terminierten Abflug nach Bracknell. "Das war für mich natürlich eine interessante Entwicklung", erklärt er, warum er den Trip zu seinem zumindest auf dem Papier neuen Verein nicht antrat.
Inzwischen konnte er das DEL-Eishockey bei zwei Partien der Panther beobachten: "In dieser Liga wird gutes Eishockey gespielt, es geht immer rauf und runter. Ich kenne viele Spieler, die hier aktiv sind." Dazu gehören beim AEV Marc Beaucage, Rob Guillet und Eric Dandenault. In seinen zwei Monaten beim ERC Ingolstadt konnte er sich bereits erste Meriten auf deutschem Eis verdienen. Dort stellte er zwar die erhofften Torjägerqualitäten nicht unter Beweis, machte aber zumindest mit seinem körperbetonten Spiel auf sich aufmerksam. "Ich hatte in Ingolstadt eine Menge Spaß", strahlt Goneau, "die Mannschaft ist eine gute Truppe." Lediglich, sich auf das von Jim Boni gespielte System einzustellen, bereitete ihm anfangs ein paar Probleme: "Aber im Grunde ist es einfach und auch nicht soviel anders als bei anderen Teams."
"Er ist ein Arbeitstier und geht auch dorthin, wo es weh tut", ist Augsburgs Trainer Danny Naud nach seinen ersten Eindrücken davon überzeugt, dass Goneau seiner Mannschaft weiterhelfen könnte. Erkundigungen holte man im Vorfeld bei den eigenen Spielern, die Goneau kennen, und in Übersee ein. Persönlich nahm man den Franko-Kanadier, der auch schon in der NHL aktiv war, allerdings nicht in Augenschein, obwohl er zuletzt beim Zweitliga-Spitzenreiter Ingolstadt praktisch vor der Haustür aktiv war.
Bis Mitte nächster Woche soll sich nun entscheiden, ob seine Zukunft nach der Trennung von Ingolstadt weiterhin in Deutschland liegt und er den Deal mit Augsburg perfekt machen kann. Daniel Goneau will zunächst einmal weiter mit den Augsburgern trainieren: "Bis Mittwoch sind die Büros geschlossen und es kann sich nichts entscheiden", weiss er, "es hängt auch von meinem Agenten ab, was passiert." Für den Augsburger Manager Charly Fliegauf, der ursprünglich nichts von Goneaus Vertrag mit den Briten wusste, steht jedenfalls fest: "Wenn sich am Mittwoch die Vertragslage nicht klärt, werden wir Goneau nicht verpflichten." Immerhin geht es für ihn auch um die letzte Lizenz im Team und man kann sich somit keinen Fehler leisten. "Es ist ein ziemliches Durcheinander momentan", ist sich auch Daniel Goneau selbst darüber im Klaren, das noch lange nicht feststeht, welches Trikot er als nächstes überstreift. (fc)