
"Glücklich, Eishockeyprofi zu sein"
Sean Sullivan im Interview. · Johannes TRAUB / ST-Foto.de
Sean Sullivan verlängerte vor einer Woche seinen Vertrag beim ERC Ingolstadt. Wir haben uns mit ihm unterhalten:
Sean, blicken wir noch einmal kurz auf die freien Tage zurück. Erzähl uns, wohin dich dein satter „Movember"-Schnauzer entführte.
(lacht) Meine Frau und ich waren zusammen mit Jerry D'Amigo und seiner Freundin in Rom. Eine großartige Erfahrung! Weißt du, ich komme aus den USA und da ist alles noch so neu, verglichen mit den alten Gemäuern in Rom, wie etwa dem Kolosseum. Wir haben auch an einem Kochkurs teilgenommen und Pasta gemacht. Ich mag Pasta, was als Eishockeyspieler mit dem spezifischen Speiseplan, natürlich gut ist. Die in Italien war Extraklasse.
Apropos Extraklasse: Du hast dich ja entschieden, dass es nicht bei den zwei gemeinsamen Saisons bleiben soll und hast deinen Vertrag verlängert.
Meine Frau und ich sind sehr froh, dass wir weiter hier bleiben. Uns gefällt es hier hervorragend und die Entscheidung für den ERC und Ingolstadt ist uns sehr leicht gefallen. Das bayerische Essen schmeckt uns auch super. Und: Das Wetter ist hier deutlich besser als im Norden Deutschlands. Ein großer Vorteil von Ingolstadt ist auch dieser: Wir haben als Team einige Spiele, zu denen wir direkt am Spieltag anreisen können, wie etwa zu meinem Ex-Club Straubing Tigers. Das passt sehr gut.
Als du zum ERC kamst, dachten nicht wenige, du wärst ein reiner Offensivverteidiger. In der Tat hattest du im Vorjahr eine offensiv ausgelegte Aufgabe. In diesem Jahr aber zeigst du allen, dass du auch defensiv sehr zuverlässig agierst.
Stimmt, meine Rolle ist in dieser Saison eine andere. Klar würde ich gerne auch punkten, aber mir ist es auch recht, den Defensivverteidiger zu geben, etwas körperlicher und in Unterzahl zu spielen. Diese Rolle hatte ich auch schon im College (Sullivan wurde da gar zum besten Defensivverteidiger der Oststaffel gewählt; die Redaktion). Was der Coach will, das versuche ich aufs Eis zu bringen. Dass wir als Gruppe Erfolg haben, steht über allem.
Trainer Doug Shedden sagt, du bist ein „ausgezeichneter Mannschaftsspieler". Man kennt dich als Teamkameraden, der immer positiv bleibt. Bringt das die Erfahrung mit?
Es ist doch so: Viele meiner Freunde in den USA arbeiten in regulären Jobs, in Büros. Das ist nicht immer so spaßig und manchmal sogar miserabel. Hey, ich bin einfach glücklich und dankbar, dass ich Eishockeyprofi sein kann. Ich verdiene meine Brötchen mit dem, was mir große Freude macht. Natürlich gibt es auch harte Tage, zum Beispiel heute (lacht) (das Interview fand nach dem knackigen Dienstagstraining statt; die Redaktion). Aber in der Kabine reißen wir dann Witze, halten zusammen und muntern uns auf. Ich versuche immer, mich daran zu erinnern, in welch glücklichen Lage ich bin, und will mit guter Stimmung voranzugehen.
Nochmal zurück zum Anfang: Du hast in der Länderspielpause gelernt, Pasta selbst zu machen. Lädst du die Mannschaft zur Feier der Vertragsverlängerung zu einem Abendessen a la Sullivan ein?
(lacht) Das wäre was, gell? Ich habe keine Ahnung, ob ich die Pasta auch alleine hinbekommen würde, aber einen Versuch wäre es fast wert. In jedem Fall werde ich mir für die Jungs was überlegen. Ich freue mich, dass ich weiter beim ERC Ingolstadt bleiben werde!
[Das Interview erschien in gekürzter Form zuerst im Stadionheft ERC Express.]
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