
"Du musst den Puck stoppen"
Sakari Lindfors arbeitet in der Trainingslagerwoche in Latsch intensiv mit den Goalies der Panther. · Markus Fischer/Passion2Press.de
Seit vergangenem Samstag ist Sakari Lindfors bei den Panthern, um die Goalies fit für die neue Saison zu machen. Der Finne wird das Torhüter-Trio Kevin Reich, Karri Rämö und Jonas Stettmer in dieser Saison als Torwarttrainer betreuen. Wir haben mit ihm im Trainingslager in Latsch über die Woche im schönen Südtirol, die Entwicklung des Torhüterspiels und seine Schwerpunkte im Training gesprochen.
Sakari, zunächst mal herzlich willkommen beim ERC, wie sind denn deine ersten Eindrücke von Latsch und natürlich von unserem Goalie-Gespann?
Ich bin wirklich beeindruckt. Es ist wunderschön hier und auch die Trainingsmöglichkeiten sind sehr gut. Deswegen gibt es da ausschließlich Positives zu sagen. Und unsere drei Goalies machen ebenfalls einen guten Eindruck. Mit Karri haben wir einen sehr erfahrenen Torhüter, Jonas ist noch sehr jung und Kevin hat nun schon einige Jahre in der DEL gespielt. Wir haben also drei Goalies die alle an unterschiedlichen Punkten ihrer Karriere sind. Das macht die Arbeit sehr interessant, weil man mit ihnen unterschiedlich umgehen und sie verschieden trainieren muss.
Mit Karri hast du einen Landsmann im Torhüter-Trio. Kanntest du ihn vorher schon?
Ich wusste wer er ist, aber ich kannte ihn nicht wirklich. Ich lerne ihn jetzt richtig kennen. Wir haben uns während unserer Zeit in der KHL mal kurz getroffen, aber nicht mehr.
Worauf liegt aktuell der Fokus im Training? Geht es zunächst vornehmlich darum, ihren jeweiligen Spielstil kennenzulernen?
Absolut. Wir sprechen viel darüber, wie sie sich auf dem Eis fühlen, wo sie noch Potenzial sehen und welche Stärken sie haben. All diese Dinge besprechen wir vor allem abseits der Trainingseinheiten aktuell. In der ersten Woche stehen erstmal die Basics in Sachen Technik und Saves auf dem Plan und von da an können wir dann weiterarbeiten.
Was würdest du sagen, ist beim Torhütertraining auf Profi-Level am Wichtigsten, denn die Basics sollten im Normalfall ja bereits alle da sein?
Es ist die Routine, gerade auch in den Basics, denn da wird man im Lauf der Zeit schon mal etwas schlampig. Dann gibt man leichte Rebounds, hat den Puck auf einmal frei vor sich liegen und macht sich das Leben schwerer. Dann geht es natürlich viel um das Stellungsspiel. Wie steht man zum Puck, wenn der Schuss kommt. Hinzu kommt die mentale Komponente, die eine große Rolle spielt und mit der man den Goalies viel weiterhelfen kann.
Du hast in Finnland, in Russland und sogar in China Torhüter gecoacht. Was würdest du sagen sind die Unterschiede in diesen Ländern, wenn es um das Torwartspiel geht?
Es gibt natürlich überall kleine Unterschiede, aber gleichzeitig geht es überall um das eine: Du musst den Puck abwehren. (lacht) Hier ist der Stil des Eishockeys natürlich etwas nordamerikanisch orientiert, was sich auf das Torhüterspiel in gewissen Details auswirkt.
Du selbst bist eine Legende bei IFK Helsinki und hast fast deine gesamte Spielerkarriere dort verbracht. Mit Michael Garteig spielt der letztjährige Panther-Torwart nun dort. Verfolgst du dein Ex-Team immer noch?
Ja, ich bin da immer auf dem Laufenden. Ich weiß, dass er ein ziemlich guter Goalie ist und ich hoffe, dass sie eine Chance auf die Meisterschaft haben werden.
Während deiner aktiven Karriere warst du selbst ein sehr erfolgreicher Torhüter. Wie würdest du die Entwicklung des Torhüterspiels während der vergangenen 30 Jahre beschreiben?
Es hat sich sehr verändert, weil das ganze Spiel jetzt viel schneller ist. Alles passiert viel schneller und dementsprechend hat sich auch der Stil der Torhüter sehr verändert, wenn man es mit meiner aktiven Zeit vergleicht.
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