David Warsofsky freut sich auf seine erste Olympia-Teilnahme.
Foto: Johannes Traub/JT-Presse.de
Saison

Warsofsky für Olympia nominiert

ERC-Verteidiger steht im Kader der USA und hat als erster Panther sein Olympia-Tickets sicher. Im Interview spricht er über die große Vorfreude auf das Turnier...

David Warsofsky freut sich auf seine erste Olympia-Teilnahme. · Johannes Traub/JT-Presse.de

← Zurück zur Übersicht

Während sich der Deutsche Eishockey Bund erst Ende Januar entscheiden wird, welche 25 Profis für die Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen auflaufen werden, hat Team USA seinen Kader bereits nominiert. Mit dabei ist auch ein Profi des ERC Ingolstadt. David Warsofsky wird in Peking für das US-Team einer Medaille hinterherjagen. Der 31-Jährige ist nur einer von zehn Cracks im US-Team, die in einer Profiliga spielen. 15 Spieler aus dem Olympia-Kader sind aktuell noch im College aktiv. Damit schicken die USA das jüngste Team seit 1994 zu den Olympischen Spielen.

Im Interview erzählt unser Verteidiger unter anderem davon, wann er von seiner Nominierung erfahren hat, wie er die US-Mannschaft einschätzt und wie groß die Vorfreude auf das Duell gegen die deutsche Nationalmannschaft ist.

David, Herzlichen Glückwunsch zu deiner Nominierung für das Olympia-Tam der USA! Wann hattest du erstmals Kontakt zum General Manager, der die Mannschaft federführend zusammengestellt hat?

Zunächst mal vielen Dank! Der erste Kontakt ist noch gar nicht so lange her. Nachdem die NHL bekanntgegeben hat, dass sie keine Spieler zu den Olympischen Spielen schicken wird, hat Team USA eine Liste mit Kandidaten zusammengestellt, aus der sie den endgültigen Kader auswählen wollten. Vor etwa eineinhalb Wochen wurde ich benachrichtigt, dass ich auf dieser Liste stehe und ein paar Tage danach kam der Anruf, dass ich im Kader stehe. Das ging alles ziemlich schnell und hat sich in den vergangenen gut zwei Wochen abgespielt.

Du hast in deiner Karriere schon NHL-Spiele absolviert, die Goldmedaille bei der U20-Weltmeisterschaft gewonnen und in einem Weltmeisterschafts-Halbfinale gespielt. Wo würdest du die Nominierung für Olympia einordnen?

Das ist auf jeden Fall auf der Nummer eins. Es ist natürlich eine Möglichkeit für mich, die ich nicht bekommen hätte, wenn die NHL-Spieler dabei gewesen wären. Jetzt Teil von Team USA und den Olympischen Spielen zu sein, ist etwas ganz Besonderes.

Vor vier Jahren hat das Team USA auf viele erfahrene und nur drei College-Spieler gesetzt. Diesmal ist es anders. Es sind 15 Spieler aus der Collegeliga NCAA dabei und nur wenige erfahrene Profis im Kader. Für dich dürfte dadurch automatisch eine Führungsrolle eingeplant sein?

Ja, wir haben einen große Gruppe von College-Spielern, die dabei sein werden und nur fünf oder sechs erfahrene Veteranen. Ich denke, dass der Plan ist, dass jedem von diesen Spielern eine Rolle als Führungsspieler zukommen soll. Ich kenne die meisten der älteren Spieler und wir alle haben diese Rollen in der Vergangenheit oft genug übernommen. Wir freuen uns auf diese Herausforderung. Zudem werden die College-Spieler sehr hungrig sein und jeder, der sich mit Eishockey beschäftigt, weiß, dass die College-Spieler heutzutage extrem talentiert und bereits sehr gut sind. Ich bin sicher, dass die Verantwortlichen ein Team zusammengestellt haben, das um eine Medaille spielen kann.

Aus dem Olympia-Kader hast du mit Steven Kampfer bei den Boston Bruins zusammengespielt. Kennst du sonst noch jemanden der nominierten Spieler?

Richtig, mit ihm habe ich in Boston in der NHL sowie in Providence in der AHL gespielt. Letztes Jahr war ich kurzzeitig in Toronto. Dort habe ich Kenny Agostino kennengelernt. Gegen Andy Miele habe ich oft im College und im Profibereich gespielt. Auch mit Aaron Ness und Brian O‘Neill habe ich schon kurz zusammengespielt. Wenn man seit zehn, zwölf Jahren im Eishockey aktiv ist, sieht man, dass sich die Wege schon mit enorm vielen Spielern gekreuzt haben. (lacht) Entweder hat man zusammen oder gegeneinander gespielt.

Was ist mit dem Team möglich und was wird wichtig sein, um in der Kürze der Zeit als Mannschaft zusammenzufinden?

Es ist eine schnelle Umstellung nötig. Wir wollen natürlich die Goldmedaille gewinnen. Das hat man immer als Ziel, wenn man in solch ein Turnier startet. Die jungen Spieler werden einen großen Hunger ins Team bringen und vielleicht auch etwas nervös sein. Aber ich denke, da wird es den erfahrenen Jungs nicht anders gehen. Je schneller wir uns als Team finden, unser System als Mannschaft umsetzen und unsere Identität bilden können, desto mehr wird uns das helfen.

Vor vier Jahren war Chris Bourque für das Team USA bei den Olympischen Spielen in Südkorea dabei. Was hat er dir von damals erzählt?

Er hat mir gesagt, dass es eine der großartigsten Dinge war, die er in seinem Leben gemacht hat. Sich andere Sportarten anschauen zu können, die Eröffnungsfeier und das Olympische Dorf zu erleben, diese Atmosphäre aufsaugen zu können und sein Land auf dem höchsten sportlichen Level zu repräsentieren, hat er sehr genossen. Diese Möglichkeit bietet sich einem nicht oft.

Das letzte Gruppenspiel wird gegen Deutschland sein. Wird das ein ganz besonderes Match für dich, auch weil es dann gegen Teamkollegen aus Ingolstadt gehen könnte?

Darüber habe ich natürlich schon mit den Jungs gesprochen, die hoffentlich im deutschen Team stehen werden. Es wäre eine tolle Möglichkeit für uns in Ingolstadt, zu zeigen, welche großartigen Spieler wir hier haben und wie viel die ganze Organisation investiert, um solche Spieler in den eigenen Reihen haben zu können. Es wäre überragend, wenn die Jungs für Deutschland dabei sind und wir gegeneinander um die Medaillen spielen könnten.

Bildergalerie

David Warsofsky freut sich auf seine erste Olympia-Teilnahme.
Foto: Johannes Traub/JT-Presse.de
David Warsofsky freut sich auf seine erste Olympia-Teilnahme. · Johannes Traub/JT-Presse.de